Die Brücke zwischen Business und IT

Die Informationssystem-Architektur -> Die Brücke zwischen Business und IT!

Informationssystemarchitektur - Die Brücke zwischen Business und IT

Die Informationssystemarchitektur (ISA) bildet das zentrale Bindeglied zwischen Geschäftsanforderungen und technologischer Umsetzung. Sie übersetzt fachliche Anforderungen aus der Geschäftsarchitektur in konkrete Informationssysteme und stellt gleichzeitig sicher, dass diese effizient auf der IT-Infrastruktur betrieben werden können.

Im Kontext des Enterprise Architecture Managements (EAM) nimmt sie eine Schlüsselrolle ein: Sie verbindet Geschäftsprozesse, Daten und Anwendungen zu einem konsistenten Gesamtbild der IT-Landschaft.

flowchart TD
id1(Geschäftsarchitektur) <--Was? Wie?--> id2(Informationssystemarchitektur) <--Womit?--> id3(Technische Architektur)
style id1 fill:#ffffee,stroke:#eeeeee,stroke-width:2px
style id2 fill:#00ffff,stroke:#000000,stroke-width:2px
style id3 fill:#eeffee,stroke:#eeeeee,stroke-width:2px

Was versteht man genau darunter?

Die Informationssystemarchitektur beschreibt die Struktur, Beziehungen und Interaktionen von Informationssystemen innerhalb eines Unternehmens.

Sie beantwortet zentrale Fragestellungen wie:

  • Welche Anwendungen unterstützen welche Geschäftsprozesse?
  • Welche Daten werden wo verarbeitet?
  • Wie interagieren Systeme miteinander?
  • Welche Abhängigkeiten bestehen?

EAM liefert hierfür den methodischen Rahmen: Es ermöglicht eine ganzheitliche Sicht auf Business und IT, um Komplexität zu beherrschen und fundierte Entscheidungen zu treffen.

Ziel der Informationssystemarchitektur

  • Transparenz über die IT-Landschaft schaffen
  • Business-IT-Alignment sicherstellen
  • Redundanzen und Komplexität reduzieren
  • Grundlage für strategische IT-Planung liefern

Ein zentrales Problem vieler Organisationen ist eine historisch gewachsene, heterogene Systemlandschaft mit redundanten Funktionen und unüberschaubaren Schnittstellen.

Wie kann man die IS-Architektur unterteilen?

Die Informationssystemarchitektur lässt sich in mehrere eng miteinander verknüpfte Teilbereiche gliedern:

flowchart LR  
A(Daten / Informationen) --> B(Applikationen)  
B --> C(Integration)  
C --> A

Daten/Informationen

Die Datenarchitektur beschreibt die fachlichen und technischen Datenstrukturen eines Unternehmens.

Zentrale Aspekte:

  • Geschäftsobjekte (z. B. Kunde, Auftrag)
  • Datenmodelle und Datenflüsse
  • Datenqualität und -verantwortung
  • Datenschutz und Schutzbedarf

Daten sind die Grundlage der Informationssysteme – ohne konsistente Datenbasis ist keine stabile Architektur möglich.

Ziel: „Single Source of Truth“ und Vermeidung von Redundanzen

Anwendungen/Applikationen

Die Applikationsarchitektur beschreibt die Gesamtheit der eingesetzten Informationssysteme und deren fachliche Zuordnung.

Typische Elemente:

  • Fachanwendungen (z. B. ERP, CRM)
  • Services / Microservices
  • Legacy-Systeme
  • Applikationslandschaft (Application Landscape)

Ein wesentliches Ziel ist die Beherrschung der Systemvielfalt, da zu viele Anwendungen mit ähnlichen Funktionen zu steigender Komplexität und Kosten führen.

Ziel: Konsolidierung und klare Verantwortlichkeiten

Integration

Die Integrationsarchitektur beschreibt, wie Anwendungen miteinander kommunizieren.

flowchart TD  
A(System A) -->|API| B(Integration Layer)  
B -->|Event| C(System B)  
B -->|Batch| D(System C)

Typische Integrationsformen:

  • APIs (REST, GraphQL)
  • Messaging / Events
  • ETL / Batch-Verarbeitung
  • Middleware / ESB

Integration ist einer der kritischsten Aspekte, da hier häufig die größte Komplexität entsteht (Schnittstellenwildwuchs).

Ziel: Lose Kopplung und standardisierte Schnittstellen

Architekturprinzipien & Governance

In der Praxis ist die Informationssystemarchitektur ohne klare Leitplanken nicht steuerbar.

Typische Prinzipien:

  • Standardisierung vor Individualisierung
  • Wiederverwendung vor Neuentwicklung
  • API-First / Serviceorientierung
  • Cloud-Readiness

Governance-Elemente:

  • Architektur-Reviews
  • Zielarchitekturen und Roadmaps
  • Technologiestandards

EAM stellt sicher, dass diese Prinzipien systematisch angewendet und kontrolliert werden.

Wie wird die Verbindung zu Business und IT-Infrastruktur sichergestellt?

Die Informationssystemarchitektur wirkt in zwei Richtungen:

1. Verbindung zum Business

flowchart TD  
A(Geschäftsprozess) --> B(Informationssystem)  
B --> C(Datenobjekte)
  • Geschäftsprozesse definieren Anforderungen
  • Informationssysteme setzen diese um
  • Daten bilden die fachliche Grundlage

So lässt sich z. B. analysieren:
„Welche Systeme unterstützen welchen Prozess?“_

2. Verbindung zur IT-Infrastruktur

flowchart TD
A(Informationssystem) --> B(Plattform)
B --> C(Infrastruktur)
  • Anwendungen laufen auf Plattformen
  • Plattformen nutzen Infrastruktur (Cloud, Netzwerk, Hardware)
  • Technische Architektur stellt Betrieb sicher

Zentrale Mechanismen für das Alignment

  • Transparenz durch Visualisierung (z. B. Bebauungspläne)
  • Verknüpfung von Business- und IT-Objekten
  • Zielarchitektur und Roadmaps
  • Kontinuierliche Analyse der Abhängigkeiten

EAM ermöglicht hier eine integrierte Sicht auf alle Architekturdimensionen und macht Zusammenhänge sichtbar.

Fazit

Die Informationssystemarchitektur ist weit mehr als eine technische Disziplin – sie ist das zentrale Steuerungsinstrument für die IT-Landschaft.

Sie:

  • verbindet Business und IT
  • schafft Transparenz und Entscheidungsgrundlagen
  • reduziert Komplexität
  • ermöglicht strategische Weiterentwicklung

Ohne eine klare Informationssystemarchitektur droht:

  • unkontrolliertes Wachstum der IT-Landschaft
  • steigende Kosten und Risiken
  • fehlende strategische Steuerbarkeit

Mit einer etablierten ISA hingegen entsteht eine tragfähige Brücke zwischen Geschäftsstrategie und technologischer Umsetzung – und damit die Grundlage für eine erfolgreiche digitale Transformation.

Was man alles mit Klartext-Formaten machen kann

Aufzeigen verschiedenster Klartext-Formate und was man damit machen kann.

Einführung in die Klartext-Welt

Digitale Inhalte entstehen heute in den unterschiedlichsten Formen: Webseiten, Dokumentationen, Präsentationen oder technische Diagramme. Traditionell werden solche Inhalte häufig mit grafischen Werkzeugen erstellt – etwa mit Word, PowerPoint oder Zeichenprogrammen. Diese Werkzeuge sind intuitiv, haben aber einen entscheidenden Nachteil: Die Inhalte liegen meist in proprietären Dateiformaten vor und lassen sich nur schwer automatisieren, versionieren oder weiterverarbeiten.

Eine Alternative dazu sind Klartext-Formate (Plain Text). Dabei werden Inhalte nicht visuell, sondern über eine einfache, textbasierte Syntax beschrieben. Diese Dateien lassen sich mit jedem Texteditor bearbeiten, einfach versionieren und automatisiert weiterverarbeiten.

Gerade in der Softwareentwicklung, im DevOps-Umfeld und in modernen Dokumentationsprozessen hat sich daher ein Ansatz etabliert, der oft als „Documentation as Code“ bezeichnet wird: Inhalte werden wie Quellcode behandelt – in Klartext geschrieben, in Git versioniert und automatisch veröffentlicht.

Was genau sind Klartext-Formate?

Klartext-Formate sind Dateiformate, deren Inhalt aus normal lesbarem Text besteht. Sie benötigen keine spezielle Software, um gelesen zu werden, sondern können mit jedem einfachen Editor geöffnet werden.

Typische Eigenschaften von Klartext-Formaten sind:

  • Lesbarkeit für Menschen – auch ohne spezielle Software

  • Einfache Struktur durch leichte Markup-Syntax

  • Versionskontrolle mit Systemen wie Git

  • Automatisierbarkeit durch Build-Pipelines

  • Portabilität über verschiedene Systeme hinweg

Ein Beispiel ist eine einfache Markdown-Datei:

# Titel  
  
Dies ist ein Absatz.  
  
- Punkt 1  
- Punkt 2

Der Text bleibt lesbar, auch wenn er noch nicht gerendert wurde.

Diese Eigenschaft unterscheidet Klartextformate grundlegend von Formaten wie .docx, .pptx oder .vsdx, die intern komplexe XML-Strukturen enthalten und nur mit spezieller Software sinnvoll bearbeitet werden können.

Welche Formate gibt es?

Klartextformate lassen sich grob in zwei Kategorien einteilen:

  1. Formate zur Strukturierung von Text

  2. Formate zur Beschreibung von Visualisierungen

Beide folgen dem gleichen Prinzip: Inhalte werden über eine einfache Syntax beschrieben und anschließend automatisch gerendert.

Formate für Textverarbeitung

Markdown

Markdown ist das vermutlich am weitesten verbreitete Klartextformat. Es wurde entwickelt, um Text möglichst einfach zu strukturieren, ohne die Lesbarkeit zu beeinträchtigen.

Typische Einsatzgebiete sind:

  • README-Dateien

  • technische Dokumentationen

  • Webseiten

  • Wissensdatenbanken

Markdown verwendet eine sehr einfache Syntax:

# Überschrift  
  
## Unterüberschrift  
  
**Fett**  
*kursiv*  
  
- Liste  
- Liste

Die Stärke von Markdown liegt in seiner Einfachheit und breiten Unterstützung. Plattformen wie GitHub, GitLab oder viele CMS-Systeme unterstützen Markdown direkt.

Der Nachteil: Die Funktionalität ist bewusst begrenzt. Komplexere Dokumentstrukturen sind damit schwieriger umzusetzen.

AsciiDoc

AsciiDoc ist ein deutlich mächtigeres Textformat als Markdown. Es richtet sich vor allem an technische Dokumentation und umfangreiche Inhalte.

Im Vergleich zu Markdown bietet AsciiDoc unter anderem:

  • komplexe Dokumentstrukturen

  • Inhaltsverzeichnisse

  • Referenzen

  • Tabellen

  • Variablen und Attribute

  • erweiterbare Funktionen

Beispiel:

= Dokumenttitel  
Autor  
:toc:  
  
== Kapitel  
  
Ein Absatz.  
  
=== Unterkapitel  
  
* Liste  
* Liste

AsciiDoc eignet sich besonders für:

  • umfangreiche technische Dokumentation

  • Handbücher

  • Bücher

  • Architektur-Dokumentationen

Gerade in Verbindung mit Tools wie Antora oder Asciidoctor lassen sich daraus sehr professionelle Dokumentationsportale generieren.

Weitere bekannte Formate

Neben Markdown und AsciiDoc existieren noch weitere textbasierte Markup-Sprachen:

reStructuredText (reST)
Wird häufig im Python-Ökosystem verwendet, etwa für Dokumentationen mit Sphinx.

Org Mode
Ein sehr leistungsfähiges Format aus dem Emacs-Umfeld, das Notizen, Aufgabenverwaltung und Dokumentation kombiniert.

LaTeX
Ein wissenschaftlich geprägtes Textsatzsystem, das besonders für mathematische Inhalte und wissenschaftliche Publikationen verwendet wird.

Textile
Ein älteres Markup-Format, das früher in vielen Wikis eingesetzt wurde.

Formate für Visualisierung

Neben Text können auch Diagramme und Visualisierungen in Klartext beschrieben werden.

Dabei wird nicht gezeichnet, sondern die Struktur eines Diagramms textuell beschrieben.

Mermaid

Mermaid ist eine weit verbreitete Sprache zur Erstellung von Diagrammen in Klartext. Sie wird inzwischen von vielen Plattformen direkt unterstützt, darunter GitHub, GitLab und zahlreiche Dokumentationssysteme.

Ein einfaches Beispiel:

graph TD  
A[Start] --> B{Entscheidung}  
B -->|Ja| C[Aktion]  
B -->|Nein| D[Ende]

Das ergibt:

graph TD  
A[Start] --> B{Entscheidung}  
B -->|Ja| C[Aktion]  
B -->|Nein| D[Ende]

Mermaid unterstützt unter anderem:

  • Flowcharts

  • Sequenzdiagramme

  • Gantt-Diagramme

  • State-Diagramme

  • ER-Diagramme

Der große Vorteil von Mermaid ist die einfache Syntax und breite Integration in moderne Dokumentationsplattformen.

PlantUML

PlantUML ist eine leistungsfähige Sprache zur Beschreibung von UML-Diagrammen und vielen weiteren Diagrammtypen.

Beispiel für ein Sequenzdiagramm:

@startuml  
Alice -> Bob: Anfrage  
Bob --> Alice: Antwort  
@enduml

Das ergibt:

PlantUML-Grafik

PlantUML unterstützt:

  • UML-Diagramme

  • Sequenzdiagramme

  • Komponenten-Diagramme

  • Deployment-Diagramme

  • C4-Modelle

  • Architekturdiagramme

PlantUML ist besonders im Architektur- und Softwaredesign-Kontext sehr beliebt.

Weitere bekannte Formate

Neben Mermaid und PlantUML existieren noch weitere textbasierte Visualisierungssprachen:

Graphviz / DOT
Eine der ältesten Diagrammbeschreibungssprachen für Graphen.

D2
Eine moderne Diagrammsprache mit Fokus auf einfache Lesbarkeit.

Structurizr DSL
Eine Sprache speziell zur Beschreibung von Architekturdiagrammen nach dem C4-Modell.

TikZ
Eine sehr leistungsfähige Diagrammsprache aus der LaTeX-Welt.

Möglichkeiten Anwendungen

Klartextformate sind extrem vielseitig und lassen sich in vielen Bereichen einsetzen.

Notizen

Viele moderne Notizsysteme basieren auf Markdown oder ähnlichen Formaten. Beispiele sind Wissenssysteme, persönliche Wikis oder strukturierte Notizen.

Der Vorteil: Notizen bleiben langfristig lesbar und unabhängig von einer bestimmten Software.

Webseiten

Viele moderne Webseiten werden aus Klartextformaten generiert. Statische Site Generatoren verwandeln Markdown- oder AsciiDoc-Dateien automatisch in HTML-Seiten.

Bekannte Tools sind:

  • Hugo

  • Jekyll

  • MkDocs

  • Antora

Dieses Prinzip wird häufig für Dokumentationswebseiten und Blogs verwendet.

Dokumente

Auch klassische Dokumente lassen sich aus Klartext generieren:

  • PDF

  • Word

  • HTML

  • Präsentationen

Tools wie Pandoc ermöglichen die Konvertierung zwischen zahlreichen Formaten.

Dokumentationen

Technische Dokumentationen profitieren besonders stark von Klartextformaten.

Sie ermöglichen:

  • Versionsverwaltung

  • Zusammenarbeit über Git

  • automatische Builds

  • strukturierte Dokumentationsportale

Dieser Ansatz wird häufig als Docs-as-Code bezeichnet.

Bücher / eBooks

Viele Bücher werden heute aus Klartextquellen erzeugt. Der gleiche Inhalt kann dabei in verschiedene Ausgabeformate transformiert werden:

  • PDF

  • EPUB

  • HTML

Gerade im technischen Bereich ist dieser Ansatz sehr verbreitet.

Präsentationen

Auch Präsentationen lassen sich heute vollständig aus Klartextformaten erzeugen. Statt Folien direkt in Programmen wie PowerPoint oder Keynote zu gestalten, wird der Inhalt zunächst in einer textbasierten Beschreibungssprache geschrieben und anschließend automatisch in eine Präsentation umgewandelt.

Ein einfaches Beispiel in Markdown könnte so aussehen:

# Titel der Präsentation  
  
---  
  
## Problemstellung  
  
- Punkt 1  
- Punkt 2  
  
---  
  
## Lösung  
  
Ein strukturierter Ansatz.

Spezialisierte Präsentations-Frameworks interpretieren diese Struktur und generieren daraus fertige Folien.

Typische Werkzeuge sind:

  • Reveal.js – ein sehr verbreitetes HTML-Präsentationsframework, das häufig mit Markdown kombiniert wird

  • Marp – ein Markdown-basiertes Präsentationssystem mit Fokus auf einfache Erstellung und Export nach PDF oder PowerPoint

  • Slidev – ein modernes Präsentationsframework für Entwickler, basierend auf Markdown und Vue.js

  • Pandoc – kann Markdown oder AsciiDoc in Präsentationsformate wie Reveal.js oder Beamer konvertieren

Ein Vorteil dieses Ansatzes liegt darin, dass Präsentationen genauso behandelt werden können wie Quellcode oder Dokumentation:

  • Inhalte sind versionierbar

  • Änderungen lassen sich nachvollziehen

  • Präsentationen können automatisch generiert werden

  • Inhalte lassen sich leicht wiederverwenden

Gerade in technischen Umgebungen wird dieser Ansatz zunehmend verwendet, beispielsweise für:

  • Architekturpräsentationen

  • technische Schulungen

  • Konferenzvorträge

  • Projektvorstellungen

Da die Präsentationen auf Klartext basieren, lassen sie sich außerdem leicht mit anderen Artefakten kombinieren – etwa mit automatisch generierten Diagrammen aus PlantUML oder Mermaid.

Bilder

Auch Bilder und Diagramme können aus Klartext generiert werden, beispielsweise:

  • Architekturdiagramme

  • Prozessdiagramme

  • UML-Diagramme

Der Vorteil: Änderungen können einfach im Text vorgenommen und versioniert werden.

Nützliche Tools

Die Arbeit mit Klartextformaten wird durch eine Vielzahl von Werkzeugen unterstützt.

Texteditoren

Grundsätzlich reicht bereits ein einfacher Editor aus. Besonders komfortabel sind jedoch spezialisierte Editoren mit Syntax-Hervorhebung und Vorschau.

Beliebte Beispiele sind:

  • Visual Studio Code

  • Obsidian

  • Typora

  • Sublime Text

Viele dieser Tools unterstützen Plugins für Markdown, AsciiDoc, Mermaid oder PlantUML.

Konverter

Konverter ermöglichen die Transformation zwischen verschiedenen Dokumentformaten.

Ein besonders mächtiges Werkzeug ist Pandoc, das hunderte Formate miteinander konvertieren kann.

Typische Konvertierungen sind:

  • Markdown → PDF

  • Markdown → Word

  • AsciiDoc → HTML

  • Markdown → Präsentation

Versionsverwaltung

Ein großer Vorteil von Klartextformaten ist ihre Integration mit Versionsverwaltungssystemen.

Mit Tools wie Git lassen sich Änderungen:

  • nachvollziehen

  • vergleichen

  • gemeinsam bearbeiten

  • automatisiert veröffentlichen

Gerade für Dokumentationsteams ist dies ein großer Vorteil gegenüber klassischen Office-Dokumenten.

Fazit

Klartextformate bieten eine flexible und zukunftssichere Grundlage für die Erstellung digitaler Inhalte. Sie ermöglichen es, Texte, Dokumentationen und Diagramme auf einfache Weise zu strukturieren und automatisiert weiterzuverarbeiten.

Durch ihre Lesbarkeit, Offenheit und gute Integrationsfähigkeit passen sie hervorragend in moderne Entwicklungs- und Dokumentationsprozesse.

Wer Inhalte langfristig wartbar, versionierbar und automatisierbar gestalten möchte, findet in Klartextformaten eine leistungsfähige Alternative zu klassischen Office-Werkzeugen.

Rollenkonzepte im EAM

Welche Art von Rollen gibt es im Enterprise Architecture Management?

Rollen-Konzepte im EAM

Wozu Rollen im EAM?

Enterprise Architecture Management (EAM) bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Strategie, Organisation, IT-Systemen und operativen Prozessen. Ohne klar definierte Rollen besteht die Gefahr, dass Architekturarbeit entweder rein dokumentarisch bleibt oder unkoordiniert von verschiedenen Stellen betrieben wird.

Rollen im EAM erfüllen daher mehrere zentrale Funktionen:

1. Verantwortlichkeiten klären
Architekturentscheidungen betreffen viele Bereiche eines Unternehmens. Rollen sorgen dafür, dass klar ist, wer Entscheidungen vorbereitet, trifft oder verantwortet.

2. Perspektiven strukturieren
EAM betrachtet Organisationen aus unterschiedlichen Blickwinkeln (Business, Daten, Anwendungen, Technologie). Rollen helfen, diese Perspektiven organisatorisch zu verankern.

3. Kommunikation ermöglichen
Architektur ist ein Übersetzungsraum zwischen Business und IT. Rollen definieren, wer welche Sprache spricht und welche Interessen vertritt.

4. Governance sicherstellen
Architekturvorgaben entfalten nur Wirkung, wenn jemand für ihre Durchsetzung zuständig ist – etwa über Architekturboards oder Review-Prozesse.

Kurz gesagt:
Rollen bilden die organisatorische Grundlage, damit Architektur nicht nur modelliert, sondern auch gelebt und gesteuert wird.

Wie gehen bekannte Frameworks damit um?

TOGAF

Das TOGAF-Framework definiert eine Reihe von Rollen rund um die Architekturarbeit, insbesondere im Kontext der Architecture Development Method (ADM).

Architekturrollen und Ihre Verbindungen nach TOGAF Entnommen von TOGAF Architecture Roles and Skills (Benutzerkonto notwendig).

Die Architekturrollen in TOGAF sind:

  • Enterprise Architect – Gesamtverantwortung für die Architektur des Unternehmens

  • Segment Architect – Verantwortung für spezifische Architekturdomänen (Business, Data, Application, Technology)

  • Solution Architect – Architektur eines konkreten Projekts oder Systems

  • Chief Architect – Governance- und Entscheidungsorgan für Architekturfragen

TOGAF betrachtet Rollen primär aus einer Governance- und Prozessperspektive.
Sie sind eng mit den Phasen der ADM und der Architektur-Governance verknüpft.

Die Rollen sind jedoch bewusst generisch formuliert und müssen von jeder Organisation an ihre eigene Struktur angepasst werden.

Zachman Framework

Das Zachman Framework verfolgt einen anderen Ansatz. Es definiert keine expliziten Rollen, sondern strukturiert Architekturartefakte entlang zweier Dimensionen:

Die Struktur von Zachman

Bild entnommen von About the Zachman Framework.

  • Fragen (What, How, Where, Who, When, Why)

  • Perspektiven (Planner, Owner, Designer, Builder, Subcontractor, Functioning System)

Die Zeilen des Frameworks lassen sich jedoch als implizite Rollenperspektiven interpretieren:

Perspektive Typische Rolle
Planner Strategie / Unternehmensleitung
Owner Business-Verantwortliche
Designer Enterprise- oder Solution-Architekt
Builder Entwickler / Implementierung
Subcontractor technische Spezialisten

Der Beitrag des Zachman-Frameworks liegt weniger in konkreten Rollenbezeichnungen, sondern in der Erkenntnis:

Architektur entsteht aus unterschiedlichen Perspektiven und Fragestellungen.

Damit liefert Zachman eine gute Grundlage, um Rollen systematisch aus den grundlegenden Architekturfragen abzuleiten.

Rollen im Bezug zum EVA-Prinzip

Das EVA-Prinzip (Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe) kann als einfache Denkstruktur verwendet werden, um Verantwortlichkeiten im Architekturkontext zu strukturieren.

Übertragen auf Architekturfragen lassen sich sechs grundlegende Perspektiven unterscheiden:

  • Was – Gegenstände und Informationen

  • Wie – Prozesse und Funktionen

  • Womit – Werkzeuge und Technologien

  • Weshalb – Ziele und Motivation

  • Wann – zeitliche Struktur und Planung

  • Wer – Organisation und Verantwortlichkeiten

Diese Fragen helfen, Rollen nicht nur nach Hierarchie oder Fachdomäne zu definieren, sondern nach ihrer funktionalen Verantwortung im Architekturraum.

Im Zusammenhang mit den Grundfragen

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WAS”

Die Frage nach dem „Was“ bezieht sich auf die zentralen Informationsobjekte einer Organisation.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Definition zentraler Informationsobjekte

  • Datenmodelle und Informationsstrukturen

  • Datenqualität und Datenverantwortung

Typische Rollen:

  • Data Architect

  • Information Architect

  • Data Owner

  • Data Steward

Diese Rollen stellen sicher, dass Datenstrukturen konsistent und organisationsweit verständlich sind.

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WIE”

Das „Wie“ beschreibt die Prozesse und Funktionen, mit denen eine Organisation ihre Leistungen erbringt.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Modellierung von Geschäftsprozessen

  • Definition von Fähigkeiten (Capabilities)

  • Abstimmung zwischen Business und IT

Typische Rollen:

  • Business Architect

  • Process Owner

  • Capability Manager

Diese Rollen sorgen dafür, dass Geschäftsprozesse und IT-Systeme aufeinander abgestimmt sind.

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WOMIT”

Die Frage „Womit“ betrifft die technologischen Mittel zur Umsetzung der Prozesse.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Technologie-Standards

  • Plattformarchitekturen

  • Infrastruktur-Strategien

Typische Rollen:

  • Technology Architect

  • Infrastructure Architect

  • Platform Architect

Sie definieren die technischen Rahmenbedingungen, innerhalb derer Lösungen entstehen.

Im Zusammenhang mit den Grundfragen

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WESHALB”

Das „Weshalb“ verbindet Architektur mit der strategischen Ausrichtung des Unternehmens.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Ableitung von Architekturprinzipien

  • strategische Zielbilder

  • Transformations-Roadmaps

Typische Rollen:

  • Enterprise Architect

  • Strategy Architect

  • Transformation Lead

Diese Rollen sorgen dafür, dass Architekturentscheidungen strategisch begründet sind.

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WANN”

Das „Wann“ betrifft die zeitliche Koordination von Architekturveränderungen.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Transformationsplanung

  • Roadmaps

  • Release- und Programmplanung

Typische Rollen:

  • Portfolio Manager

  • Program Manager

  • Transformation Manager

Sie sorgen dafür, dass Architektur nicht nur entworfen, sondern auch zeitlich umgesetzt wird.

Rollen/Verantwortlichkeiten für das “WER”

Die Frage „Wer“ betrifft die organisatorische Verankerung der Architekturarbeit.

Typische Verantwortlichkeiten:

  • Governance-Strukturen

  • Rollen und Verantwortlichkeiten

  • Entscheidungsprozesse

Typische Rollen:

  • Architecture Board

  • Domain Leads

  • Architecture Governance Lead

Diese Rollen stellen sicher, dass Architekturentscheidungen institutionell verankert sind.

Skalierung des Rollen-Konzeptes

Nicht jede Organisation benötigt dieselben Rollen.
Die Anzahl und Spezialisierung von Rollen hängt stark von der Größe und Komplexität der Organisation ab.

Das DPBoK (Digital Practitioner Body of Knowledge) beschreibt vier Kontextstufen, anhand derer sich Rollen sinnvoll skalieren lassen.

Context I: Einzelperson / Gründer

In sehr kleinen Organisationen übernimmt eine einzelne Person oft mehrere Rollen gleichzeitig.

Typische Situation:

  • Gründer = Strategie, Architektur und Umsetzung

  • geringe formale Trennung von Rollen

Charakteristika:

  • implizite Architektur

  • schnelle Entscheidungen

  • minimale Governance

Architekturarbeit erfolgt hier eher intuitiv.

Context II: Team

Mit zunehmender Größe entstehen erste funktionale Rollen.

Typische Rollen:

  • Product Owner

  • Lead Developer

  • Solution Architect

Architektur entsteht häufig innerhalb eines Teams und wird stark durch konkrete Produkte geprägt.

Context III: Team von Teams

Ab dieser Stufe entstehen koordinierende Architekturrollen.

Typische Rollen:

  • Enterprise Architect

  • Domain Architect

  • Architecture Board

Zentrale Aufgaben:

  • Abstimmung zwischen Teams

  • gemeinsame Architekturprinzipien

  • Plattform- und Datenstandards

Architektur wird hier erstmals unternehmensweit koordiniert.

Context IV: Dauerhaftes Unternehmen

In etablierten Organisationen wird Architektur zu einer eigenen organisatorischen Funktion.

Typische Strukturen:

  • Architecture Office

  • Enterprise Architecture Practice

  • Architecture Governance

Charakteristisch sind:

  • klar definierte Rollen

  • formale Governance

  • langfristige Transformationsplanung

Hier wird Architektur zu einem zentralen Instrument der Unternehmenssteuerung.

Fazit

Rollen im Enterprise Architecture Management lassen sich auf unterschiedliche Weise definieren. Während Frameworks wie TOGAF konkrete Rollen vorschlagen, zeigt das Zachman Framework vor allem unterschiedliche Perspektiven auf Architektur.

Eine systematische Herleitung von Rollen gelingt, wenn man Architektur entlang grundlegender Fragen strukturiert – etwa über die sechs Perspektiven:

  • Was

  • Wie

  • Womit

  • Weshalb

  • Wann

  • Wer

Diese Fragen machen sichtbar, welche Verantwortlichkeiten im Architekturraum überhaupt existieren.

Welche Rollen tatsächlich etabliert werden, hängt jedoch stark vom organisatorischen Kontext ab. Mithilfe der Skalierungsstufen des DPBoK lässt sich nachvollziehen, wie Architekturrollen von einer einzelnen Person bis hin zu einer institutionalisierten Architekturorganisation wachsen können.

Damit wird deutlich:
EAM-Rollen sind kein starres Set von Titeln, sondern ein skalierbares Organisationskonzept für Architekturverantwortung.

Once-Only in Dokumentationen

Wie Documentation Engineering und Docs-as-Code das Prinzip umsetzen?

Was ist das Once-Only-Prinzip?

Das Once-Only-Prinzip besagt: Daten oder Informationen sollen nur einmal erfasst, gespeichert und gepflegt werden – und an allen relevanten Stellen wiederverwendet werden. Es vermeidet Redundanz, minimiert Fehlerquellen und reduziert Wartungsaufwand. Ursprünglich aus der Verwaltung und dem E-Government bekannt, gewinnt es auch in technischer Dokumentation zunehmend an Bedeutung – besonders in komplexen, agilen und skalierbaren Systemen.

Warum ist Once-Only in Dokumentationen wichtig?

In Softwareprojekten wachsen Dokumentationen oft unkoordiniert:

  • API-Dokumentationen existieren separat von Benutzerhandbüchern.
  • Diagramme werden manuell gezeichnet und nicht mit Code synchronisiert.
  • Konfigurationshinweise werden in mehreren Dokumenten dupliziert.

Das führt zu Inkonsistenzen, veralteten Inhalten und erhöhtem Pflegeaufwand. Once-Only schafft hier Klarheit:

Einmal schreiben. Überall nutzen.

Documentation Engineering: Die Grundlage für Once-Only

Documentation Engineering ist die systematische, ingenieurmäßige Herangehensweise an Dokumentation – mit Fokus auf Struktur, Wiederverwendbarkeit und Automatisierung. Es ermöglicht:

  • Modulare Dokumente: Inhalte werden in wiederverwendbare Bausteine (z. B. „Komponentenbeschreibungen“, „Fehlercodes“) zerlegt.
  • Zentrale Quellen: Alle Inhalte stammen aus einer einzigen, gepflegten Quelle (Single Source of Truth).
  • Automatisierte Verknüpfung: Inhalte werden dynamisch in verschiedene Ausgabeformate (PDF, Web, Help-Systeme) übersetzt.

Beispiel:
Ein API-Endpunkt wird in einer YAML-Datei beschrieben. Diese dient als Quelle für:

  • Swagger/OpenAPI-Dokumentation
  • Benutzerhandbuch-Abschnitte
  • Entwickler-Referenz
  • Automatisierte Tests

→ Keine manuelle Kopie. Keine Inkonsistenz. Nur eine Quelle.

Docs-as-Ecosystem: Dokumentation als lebendiges System

Ein Docs-as-Ecosystem versteht Dokumentation nicht als statisches Artefakt, sondern als integriertes, dynamisches System, das mit Code, Tests, CI/CD und Monitoring verbunden ist.

Merkmale eines Docs-as-Ecosystem:

  • Automatische Generierung: Dokumentation wird aus Code-Kommentaren, Konfigurationsdateien oder Tests generiert.
  • Feedback-Schleifen: Nutzer können direkt aus der Dokumentation Feedback geben – z. B. über „War diese Information hilfreich?“-Buttons.
  • Versionierung: Dokumentation wird mit dem Code versioniert – keine Diskrepanzen zwischen Version 1.2 und der dazugehörigen Dokumentation.
  • Suchbarkeit & Navigation: Inhalte sind über Suchmaschinen und intelligente Navigation verknüpft – nicht nur linear lesbar.

Wirkung auf Once-Only:
Jeder Inhalt ist Teil eines Netzwerks. Änderungen an einer Stelle wirken sich automatisch auf alle abhängigen Dokumente aus – ohne manuelle Nachpflege.

Diagrams-as-Code: Visualisierungen als Code

Diagramme sind oft die größte Quelle für Redundanz:

  • Ein Architekturdiagramm wird in PowerPoint erstellt, dann in Confluence eingefügt, dann in ein PDF kopiert.
  • Bei Änderungen muss es überall manuell aktualisiert werden.

Lösung: Diagrams-as-Code

Mit Tools wie Mermaid, PlantUML, Graphviz oder Diagrams.net (mit Code-Export) werden Diagramme als Text definiert – und können in die Dokumentation integriert werden.

Beispiel (Mermaid):

graph TD
    A[Benutzer] --> B[API-Gateway]
    B --> C[Auth-Service]
    B --> D[Order-Service]
    C --> E[DB]
    D --> E

→ Dieser Code kann in Markdown, Sphinx, Docusaurus oder andere Systeme eingebettet werden.
→ Änderungen am Code aktualisieren automatisch das Diagramm in allen Dokumenten.
→ Keine manuelle Pflege. Keine veralteten Grafiken.

Docs-as-Code: Die technische Umsetzung von Once-Only

Docs-as-Code ist die Praxis, Dokumentation wie Software zu behandeln:

  • In Git versioniert
  • Mit CI/CD automatisiert
  • Mit Tests validiert
  • Mit Pull Requests gepflegt

Wichtige Elemente:

  • Quellcode-Repositories: Dokumentation liegt im selben Repo wie der Code – oder in einem dedizierten, aber verknüpften Repo.
  • Automatisierte Builds: Bei jeder Änderung wird die Dokumentation neu generiert und veröffentlicht.
  • Validierung: Links werden geprüft, Syntax wird validiert, Diagramme werden gerendert.
  • Wiederverwendung: Mit Include- oder Import-Mechanismen werden Bausteine in mehreren Dokumenten wiederverwendet.

Beispiel mit Antora (AsciiDoc):

.. include::requirements.adoc

Änderungen an requirements.adoc wirken sich auf alle Dokumente aus, die sie einbinden.

Praktische Umsetzung: Schritt-für-Schritt

  1. Identifiziere redundante Inhalte
    → Welche Abschnitte werden mehrfach kopiert? Welche Diagramme existieren in mehreren Versionen?

  2. Erstelle zentrale Quellen
    → Fasse wiederkehrende Inhalte in wiederverwendbaren Dateien zusammen (z. B. shared/, components/).

  3. Wähle Tools, die Docs-as-Code und Diagrams-as-Code unterstützen
    → Markdown + Mermaid (oder AsciiDoc + PlantUML) + Git + CI/CD (z. B. GitHub Actions, GitLab CI).

  4. Integriere Dokumentation in den Entwicklungsprozess
    → Jede Codeänderung, die die API betrifft, erfordert eine Dokumentationsänderung – als Teil des Pull Requests.

  5. Automatisiere Validierung und Veröffentlichung
    → Prüfe Links, Syntax, Diagramme. Veröffentliche automatisch auf einer Dokumentations-Website.

  6. Etabliere Feedback-Mechanismen
    → Nutzer können direkt aus der Dokumentation Feedback geben – z. B. über GitHub Issues oder integrierte Formulare.

Fazit: Once-Only ist kein Luxus – es ist notwendig

In einer Welt, in der Software ständig wächst und sich ändert, ist manuelle Dokumentation nicht mehr tragbar. Once-Only ist die Antwort:

  • Effizienz: Weniger Arbeit, weniger Fehler.
  • Konsistenz: Alle Nutzer sehen denselben, aktuellen Stand.
  • Skalierbarkeit: Dokumentation wächst mit dem System – ohne zusätzlichen Aufwand.

Mit Documentation Engineering, Docs-as-Ecosystem und Docs-as-Code wird Once-Only nicht nur möglich – es wird zur Grundlage einer modernen, lebendigen Dokumentation.

Mehrere Wege einen Datenfluss zu modellieren

Welche Möglichkeiten gibt es, Datenflüsse zu modellieren?

Daten- oder Informationsfluss?

Der Datenfluss beschreibt die Übertragung von rohen, unverarbeiteten Daten, unabhängig ihrer fachlichen Bedeutung.

Beim Informationsfluss geht es hingegen um die Übertragung von verarbeiten bzw. interpretierten Daten, die für den Empfänger einen klaren und erkennbaren Nutzen haben.

Natürlich ist es IT-Umfeld so, dass wenn Informationen transferiert werden müssen, dies auf Basis eines Datentransfers geschieht. Der Datenfluss bildet die technische Grundlage für den Informationsfluss.

Die in diesem Artikel beschriebenen Darstellungsformen verwenden Elemente von beiden Varianten, jedoch steht der Sinn und Zweck des Informationsflusses im Vordergrund.

Das verwendete Beispiel

Als Beispiel dient uns ein Rechnungsversand mittels EDI. Die Abteilung “Rechnungswesen” sendet Rechnung im XML-Format über eine zentrale Middleware an mehrere (in diesem Fall drei) Kunden.

Folgende weitere Parameter sind bekannt:

Parameter Wert
Datenquelle CRM d. Marketing (für Adressdaten)
ERP d. Verkaufs (für Rechnungsdaten)
Sender Rechnungswesenabteilung
Quellsystem Finanzmodul
Empfänger Kunde
Geschäftsobjekt Monatsrechnung
Datenobjekt PDF-Datei
Versand-Technologie SFTP
Intervall Monatlich
flowchart LR
CRM[CRM]
VM[ERP]
FM[Finanzmodul]
R(Rechnung)
MW{Middleware}
FTP{SFTP}
K[Kunde]

CRM --> FM
VM --> FM
FM --> R --> MW
MW --> FTP
FTP --> K

Mit einem einfachen Flussdiagramm lässt sich diese Interaktion recht einfach darstellen, doch fehlen einige Informationen. Oder besser gesagt, sie lassen sich nicht so einfach in übersichtlicher Form darstellen. Die unterschiedlichen Ebenen (Geschäft, Anwendung, Infrastruktur) sind nicht klar differenziert, auch der zeitliche Aspekte (monatlich) fehlt.

Verschiedene Standards der Modellierung

Es gibt mehrere Standards, welche die Modellierung von Informationsflüssen unterstützen

Archimate

Als Modellierungssprache für Unternehmensarchitekturen ist Archimate sehr gut für die Darstellung von Informationsflüssen geeignet. Aufgrund der Ebenen-Strategie lässt sich auch der Übergang vom Daten- zum Informationsfluss darstellen.

Datenfluss als ArchiMate-Modell

Vorteile

  • dank den Architektur-Ebenen lassen sich Informationsfluss, Datenfluss und die benötigte Infrastruktur darstellen.
  • je nach eingesetztem Tool, lassen sich die einzelnen Elemente mit Portfolio-Einträgen verknüpfen, bzw. anhand von Portfolio-Einträgen generieren.

Nachteile

  • Archimate ist ausschliesslich menschenlesbar, nicht maschinenlesbar
  • Wer die Archimate-Syntax nicht kennt, kann sich mit der Interpretation schwer tun
  • ohne klare Modellierungsrichtlinien können Modelle eher chaotisch wirken, man kann sich in mögliche Details verlieren.
  • Es gibt keine spezifischen Elemente für zeitliche Aspekte, diese müssten mittels Notizen als Beschreibung hinzugefügt werden.

UML

UML kennt keinen eigenen Diagrammtyp für Informationsflüsse, jedoch finden sich in der Gruppe der Verhaltensdiagramme mehrere geeignete Diagrammarten. Für diesen Artikel wenden wir das Sequenzdiagramm an.

sequenceDiagram
  participant Marketing as Marketing-Abteilung
  participant CRM as CRM-System
  participant Verkauf as Verkaufsabteilung
  participant ERP as ERP-System
  participant Finanz as Finanzmodul
  participant MW as Middleware
  participant FTP as Kunden-FTP
  participant Kunde

  Note over Finanz: Trigger am 1. des Monats

  Marketing->>CRM: Pflege Adressdaten
  Verkauf->>ERP: Pflege Produktdaten

  Finanz->>CRM: Anfrage Adressdaten
  CRM-->>Finanz: Adressdaten

  Finanz->>ERP: Anfrage Produktdaten
  ERP-->>Finanz: Produktdaten

  Finanz->>Finanz: Monatsrechnung erzeugen
  Finanz->>Finanz: PDF-Rechnung generieren

  Finanz->>MW: Übergabe PDF-Rechnung
  MW->>FTP: Ablegen PDF-Datei
  Kunde->>FTP: Abruf PDF-Rechnung

Vorteile

  • sehr strukturierte Darstellung, Teilnehmer klar sichtbar
  • zeitlicher Ablauf der Aktionen sehr übersichtlich
  • Rückantworten / Reaktionen auch klar darstellbar

Nachteile

  • schnell unübersichtlich, man sollte sich auf Informations- oder Datenfluss konzentrieren, nicht beides gemischt

BPMN

BPMN gilt als Standard im Geschäftsprozessmanagement und wird von vielen Software-Werkzeugen unterstützt.

Datenfluss als BPMN-Modell

Vorteile

  • Mittels Pools und Lanes lassen sich die Teilnehmer am Informationsfluss strukturiert und übersichtlich darstellen. Auch komplexere Informationsflüsse mit z.B. mehreren Empfängern lassen sich einfach umsetzen
  • Mittels Ereignis-Meldungen lassen sich Intervalle bzw. zeitlichen Ausführungspunkte deutlich darstellen.
  • Ein BPMN-Modell ist mittels einer BPM-Engine auch maschinenlesbar bzw. ausführbar

Nachteile

  • Um die Infrastruktur und die Architektur rund um den Informationsfluss darzustellen, fehlen BPMN die notwendigen spezifischen Darstellungs-Elemente

Fazit und persönliche Empfehlung

Alle drei Notationen – UML-Sequenzdiagramme, BPMN und ArchiMate – bieten wertvolle Ansätze für die Modellierung von Informationsflüssen und Architekturen. Doch aus meiner Perspektive ragt ArchiMate heraus: Es ist die vielseitigste Sprache und besonders geeignet, um das Zusammenspiel der architektonischen Ebenen im EAM abzubilden – von der Strategie über die Geschäftsprozesse bis hin zur Technologie.

ArchiMate ermöglicht es, nicht nur Sequenzflüsse oder Prozesse (wenn auch nicht so detailliert wie UML oder BPMN), sondern vor allem Architekturabhängigkeiten und -zusammenhänge darzustellen. Diese ganzheitliche Sicht ist entscheidend, um komplexe Unternehmensarchitekturen zu verstehen und zu steuern. Während BPMN und UML-Sequenzdiagramme in ihren Spezialgebieten – Prozesse bzw. Interaktionen – überlegen sind, bietet ArchiMate die notwendige Flexibilität, um mit einer einzigen Notation alle Ebenen abzubilden.

Meine Empfehlung:

  • Für Unternehmen mit begrenzten Ressourcen (z. B. kleinere oder mittelgroße Organisationen) ist ArchiMate die pragmatischste Wahl, da es die meisten Anforderungen abdeckt, ohne auf mehrere Notationen angewiesen zu sein.
  • Bei vorhandenen Kapazitäten lohnt sich ein spezialisierte Einsatz der Sprachen: BPMN für detaillierte Prozessmodellierung, UML-Sequenzdiagramme für technische Interaktionen und ArchiMate als übergeordnetes Framework, das alles zusammenführt.

ArchiMate ist somit nicht nur eine Notation, sondern ein Schlüsselwerkzeug, um die Komplexität moderner Enterprise-Architekturen zu beherrschen – ohne dabei die Übersicht zu verlieren.

Portfolios in EAM

Portfolios spielen im Enterprise Architecture Management eine grosse Rolle. Hier möchte ich eine Übersicht geben, welche es gibt und wie sie zusammenhängen.

Von EVA zu EAM – wie sich Architekturportfolios aus einfachen Fragen ableiten lassen

Das EVA-Prinzip (Eingabe – Verarbeitung – Ausgabe) beschreibt ein grundlegendes Muster der Informationsverarbeitung.
Es ist bewusst einfach gehalten und genau deshalb universell einsetzbar – weit über technische Systeme hinaus.

Überträgt man dieses Denkmodell auf Enterprise Architecture Management (EAM), entsteht eine überraschend klare Logik: Aus EVA lassen sich grundlegende Leitfragen ableiten, die wiederum direkt zu den bekannten Architekturportfolios führen.

EVA als Ausgangspunkt

Im Kern beschreibt EVA drei Aspekte:

  • Eingabe – welche Informationen liegen vor?
  • Verarbeitung – was geschieht mit diesen Informationen?
  • Ausgabe – welche Ergebnisse entstehen?

Auf Architekturarbeit übertragen ergeben sich daraus zunächst drei zentrale Fragen:

  • Welche Informationen sind relevant?
  • Wie werden diese Informationen verarbeitet?
  • Womit wird diese Verarbeitung umgesetzt?

Diese drei Fragen bilden den inhaltlichen Kern der Betrachtung.
Sie beschreiben, was betrachtet wird und wie Informationsverarbeitung grundsätzlich funktioniert.

In der Praxis zeigt sich jedoch schnell:
Für tragfähige Architekturentscheidungen reicht diese Sicht allein nicht aus.

Architektur existiert nicht isoliert, sondern:

  • in Organisationen,
  • mit einem bestimmten Zweck,
  • und über einen längeren Zeitraum hinweg.

Deshalb müssen die drei Kernfragen um weitere Perspektiven ergänzt werden, die Kontext, Verantwortung und Zeit berücksichtigen.

Aus dieser Erweiterung ergeben sich drei zusätzliche Leitfragen:

  • Wer trägt Verantwortung?
  • Warum wird etwas so gestaltet?
  • Wann ist etwas relevant oder gültig?

Gemeinsam bilden diese sechs Leitfragen eine vollständige, aber dennoch einfache Grundlage, um Unternehmensarchitekturen systematisch zu erschliessen.

Die abgeleiteten Leitfragen

Aus dem EVA-Denken ergeben sich somit sechs grundlegende Leitfragen:

1. Welche Informationen sind relevant?

Diese Frage entsteht direkt aus der Eingabe-Perspektive.

Sie bildet die Grundlage für:

  • fachliche Objekte
  • Informationen
  • Datenstrukturen
  • Datenflüsse

Zugeordnetes Portfolio:
Information / Data Portfolio

2. Wie werden Informationen verarbeitet?

Diese Frage leitet sich aus der Verarbeitung ab.

Sie beschreibt:

  • fachliche Abläufe
  • Geschäftsregeln
  • Funktionen und Services
  • deren Umsetzung in Anwendungen

Zugeordnetes Portfolio:
Business & Application Portfolio

3. Womit wird die Verarbeitung umgesetzt?

Auch diese Frage ist Teil der Verarbeitung, jedoch mit Fokus auf die Mittel.

Sie adressiert:

  • Technologien
  • Plattformen
  • Infrastruktur
  • technische Standards

Zugeordnetes Portfolio:
Technology / Infrastructure Portfolio

4. Wer ist verantwortlich?

Diese Frage ergänzt EVA um die organisatorische Dimension.

Sie klärt:

  • Rollen
  • Zuständigkeiten
  • Ownership

Zugeordnetes Portfolio:
Organisation / Capability Portfolio

5. Warum wird etwas so gestaltet?

Diese Frage stellt den Zweck her.

Sie bezieht sich auf:

  • Ziele
  • Prinzipien
  • strategische Treiber
  • Nutzenargumentation

Zugeordnetes Portfolio:
Strategy / Motivation Portfolio

6. Wann ist etwas relevant?

Diese Frage bringt die Zeitdimension ein.

Sie beschreibt:

  • zeitliche Gültigkeit
  • Übergänge
  • Abhängigkeiten
  • Lebenszyklen

Zugeordnetes Portfolio:
Roadmap / Lifecycle Portfolio

Grafische Einordnung

Die folgende Darstellung zeigt, wie sich die Leitfragen logisch aus dem EVA-Prinzip ableiten und den jeweiligen Portfolios zuordnen lassen:

flowchart TB
    EVA["EVA Principle<br/>Input · Processing · Output"]

    Q1["Which information?"]
    Q2["How is it processed?"]
    Q3["With which means?"]

    Q4["Who is responsible?"]
    Q5["Why is it done this way?"]
    Q6["When is it relevant?"]

    EVA --> Q1
    EVA --> Q2
    EVA --> Q3

    Q1 --> P1["Information / Data Portfolio"]
    Q2 --> P2["Business & Application Portfolio"]
    Q3 --> P3["Technology Portfolio"]

    Q4 --> P4["Organisation / Capability Portfolio"]
    Q5 --> P5["Strategy / Motivation Portfolio"]
    Q6 --> P6["Roadmap / Lifecycle Portfolio"]

Die Grafik zeigt keine Hierarchie, sondern eine gedankliche Ableitung:

  • EVA liefert das Grundmuster

  • die Leitfragen erschliessen den Kontext

  • die Portfolios strukturieren die Inhalte

Gemeinsamkeiten und Abhängigkeiten

In der Praxis existieren diese Portfolios nicht isoliert:

  • Ohne Klarheit über Informationen bleiben Prozesse und Systeme unscharf.

  • Ohne Verständnis der Verarbeitung fehlt der Zusammenhang zwischen Business und IT.

  • Ohne geeignete Technologie können Anforderungen nicht umgesetzt werden.

  • Ohne definierte Verantwortung ist Wissen nicht nachhaltig.

  • Ohne strategischen Zweck fehlt die Legitimation.

  • Ohne Zeitbezug ist keine Steuerung möglich.

Die Leitfragen wirken dabei als verbindendes Element zwischen den Portfolios.

Fazit

Das EVA-Prinzip zeigt, wie Informationsverarbeitung grundsätzlich funktioniert.
Leitet man daraus einfache Leitfragen ab und ordnet sie den bekannten EAM-Portfolios zu, entsteht eine klare und verständliche Struktur für Architekturarbeit.

Der Mehrwert liegt nicht in neuen Frameworks, sondern in der konsequenten Anwendung einfacher Fragen:

Gute Architekturarbeit beginnt dort,
wo Zusammenhänge verstanden werden –
nicht dort, wo zusätzliche Komplexität entsteht.

Manchmal reicht es, das Bekannte neu zu ordnen.

EVA-Prinzip im Zusammenhang mit EAM

Wie kann man das EVA-Prinzip im Enterprise Architecture Management anwenden?

Was ist das EVA-Prinzip?

Unter dem EVA-Prinzip (engl. IPO-model) versteht man das Grundprinzip der Datenverarbeitung, wobei die drei Buchstaben für Eingabe (Input), Verarbeitung (Processing) und Ausgabe (Output) stehen.

Diese drei Begriffe beschreiben die grundlegende Logik der Informationsverarbeitung.

flowchart LR
id1(Eingabe) --> id2(Verarbeitung) --> id3(Ausgabe)
style id1 fill:#ffff00,stroke:#333,stroke-width:2px
style id2 fill:#00ffff,stroke:#333,stroke-width:2px
style id3 fill:#ffff00,stroke:#333,stroke-width:2px

Im klassischen Sinne wird auf die physischen Komponenten, also die Hardware, hingewiesen:

Eingabe Verarbeitung Ausgabe
Tastatur
Maus
Touchpad
Joystick
Scanner
Barcode-/QR-Code-Leser
Hauptprozessor
CPU
Chipsatz
Controller
Monitor
Display
Lautsprecher
Beamer
Drucker
Plotter

Aber das Prinzip ist viel universeller einsetzbar, als nur für physische Informatik-Komponenten.

Wo lässt es sich noch anwenden?

Das EVA-Prinzip lässt sich in jedem nur erdenklichen Bereich anwenden. Jede Interaktion, jeder Prozess lässt sich damit abbilden.

Denn jede Interaktion, also selbst ein simpler Dialog zwischen zwei Menschen, nimmt Informationen entgegen, verarbeitet sie und erzeugt eine Antwort.

Als Beispiel ein kurzer Dialog bzgl. des Wohlbefindens aus Sicht des Befragten:

flowchart LR
id1(Hört 'Wie geht es Dir?') --> id2(Verarbeitet Frage, denkt über Antwort nach) --> id3(Antwortet 'Sehr gut, danke.')
style id1 fill:#ffff00,stroke:#333,stroke-width:2px
style id2 fill:#00ffff,stroke:#333,stroke-width:2px
style id3 fill:#ffff00,stroke:#333,stroke-width:2px

Jede Situation oder jeder Vorgang kann auf die drei Schritte Informationsaufnahme, Informationsverarbeitung und Informationsausgabe heruntergebrochen werden.

Das EVA-Prinzip im EAM

Um das EVA-Prinzip nachhaltig auf Unternehmensarchitekturen zu übertragen, müssen die Elemente noch durch grundsätzliche Fragen abgesichert werden.

  • Was (welche Quellinformationen) benötige ich, um den Vorgang zu starten bzw. starten zu können?
  • Was (Welche Zielinformationen) benötige ich zum Abschluss des Vorganges?
  • Wie (nach welchen Regeln) wandle ich die Quell- in Zielinformationen um?

Mit diesen Fragen wird das klassische EVA-Prinzip abgehandelt, für Architekturen muss noch folgende Frage zwingend gestellt werden:

  • Womit (mit welchen Mitteln) erreiche ich das?

Die Fragen des Was und Wie werden grundsätzlich in der Geschäftsebene abgehandelt, da diese vor allem den fachlichen Prozess ansprechen.

Das Womit wird von der Technikebene (durch die Infrastruktur) zur Verfügung gestellt.

Die Informationssystemebene (oder auch Anwendungs- bzw. Applikationsebene genannt) dient als Vermittler/Übersetzer und sorgt für eine reibungslose Unterstützung des Fachbereichs durch die IT. Somit wird der Sinn und Zweck von Unternehmensarchitekturen erfüllt.

flowchart TD
id1(Geschäftsarchitektur) <--Was? Wie?--> id2(Informationssystemarchitektur) <--Womit?--> id3(Technische Architektur)
style id1 fill:#ffff00,stroke:#333,stroke-width:2px
style id2 fill:#00ffff,stroke:#333,stroke-width:2px
style id3 fill:#00ff00,stroke:#333,stroke-width:2px

Zu den Grundfragen Was, Wie und Womit kommen noch folgende Ergänzungsfragen:

  • Weshalb ist dies notwendig? (Sinn und Zweck)
  • Wann (Bis wann) benötigt man dies? (Zeitlicher Rahmen)
  • Wer ist dafür zuständig? (Verantwortlichkeit)

Die Ergänzungsfragen sind bewusst sehr allgemein gehalten, da sie punktuell an jeder Stelle des Vorganges angesetzt werden können.

WESHALB WANN WER
WAS Wozu werden die Quell-/Zielinformationen benötigt? Wann/In welchem Zeitraum werden die Quell-/Zielinformationen benötigt? Wer ist für die Quell-/Zielinformationen verantwortlich? (Dataowner)
WIE Weshalb müssen die Informationen verarbeitet werden? Wann/In welchem Zeitraum müssen die Informationen verarbeitet werden? Wer ist für die Verarbeitung bzw. den Verarbeitungsprozess verantwortlich? (Processowner)
WOMIT Wie wird der Einsatz des benötigten Tools begründet? Wann wird welches Tool benötigt/eingesetzt? Wer ist für die benötigten Tools verantwortlich?

Fazit

Wer sich schon länger mit Enterprise Architecture Management befasst hat und auch Einblick in das ein oder andere Framework hatte, dem werden die Fragestellungen nicht neu sein.

Das Zachman Framework kennt ebenso sechs Perspektiven, die mit Fragewörtern identifiziert werden, hierzu gehören Was (Daten), Wie (Funktion), Wo (Netzwerk), Wer (Personen), Wann (Zeit) und Warum (Motivation). Einziger Unterschied zu meiner Darstellung, ich habe statt dem Wo ein Womit. Der Grund dafür ist recht einfach zu erklären. In der heutigen Welt sind wir so digitalisiert und vernetzt unterwegs, dass das physische Wo nur noch eine untergeordnete oder fast schon gar keine Rolle mehr spielt. Wichtiger sind heutzutage die eingesetzten Werkzeuge, eben das Womit.

In meiner Darstellung habe ich mich auch an TOGAF orientiert, wo die Fragestellungen nicht explizit so erwähnt, aber über die angebotenen Architekturebenen abgedeckt werden:

  • Geschäftsarchitektur: Beschreibt die “Wer”- und “Warum”-Aspekte (z. B. Organigramme, Ziele, Prinzipien).
  • Datenarchitektur: Fokussiert auf das “Was” (z. B. Datenmodelle, Datenflüsse).
  • Anwendungsarchitektur: Behandelt das “Wie” (z. B. Anwendungslandkarten, Schnittstellen).
  • Technologiearchitektur: Adressiert das “Womit” (z. B. Infrastruktur, Netzwerke, Standorte).

Meine Darstellung von EVA im Bezug auf EAM stellt somit keine komplette Neuinterpretation dar, sondern soll mehr aus der Sicht eines pragmatischen Zugangs zeigen, wie es sich anwenden lässt.